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Entwicklung & Architektur

Security Architect

Security Architects entwerfen, wie Systeme und Netze sicher aufgebaut sein sollen, und prüfen Vorhaben gegen dieses Zielbild, bevor sie gebaut werden.

21 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Was man als Security Architect verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 4.400 € 5.000 € 5.700 € 60.000 €
Mit Berufserfahrung 5.600 € 6.500 € 7.500 € 78.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 7.200 € 8.400 € 10.000 € 100.800 €

Dies ist eine der besser bezahlten technischen Rollen, weil sie Erfahrung verlangt, die knapp ist. Entscheidend sind die Größe des Hauses und die Reichweite der Architektur: Ein Zielbild für einen Konzern mit mehreren Ländern wird anders bewertet als die Architekturarbeit für ein Vorhaben. Banken, Versicherungen und Beratungshäuser zahlen am oberen Rand, der öffentliche Dienst folgt festen Eingruppierungen. Variable Bestandteile aus Zielvereinbarungen sind in großen Häusern verbreitet.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Security Architect?

Er entwirft, bevor gebaut wird. Die Aufgabe ist, für ein Unternehmen oder ein Vorhaben festzulegen, wie Sicherheit strukturell aussehen soll: Zonen und Übergänge im Netz, Vertrauensgrenzen, Verschlüsselung und Schlüsselverwaltung, Authentisierung und Rechtevergabe, Protokollierung, Absicherung von Schnittstellen und Zugängen von außen. Daraus entstehen Zielbilder, Vorgaben und Mustervorlagen, an die sich Projekte halten sollen.

Der zweite Teil ist Prüfung. Vorhaben werden gegen die Architektur gelegt, Bedrohungsanalysen erstellt, Abweichungen bewertet und Ausnahmen dokumentiert. Der dritte Teil ist Auswahl: Welche Produkte und Dienste kommen ins Haus, was löst sie ab, was wird abgeschaltet. Die Stelle schreibt selten Konfigurationen, muss aber jede Entscheidung so weit verstehen, dass sie sie gegen den Betrieb verteidigen kann.

Wie wird man Security Architect?

Nicht als Berufseinstieg. Fast alle Stellen setzen mehrere Jahre praktische Arbeit voraus – als Security Engineer, Netzwerker, Systemarchitekt oder Entwickler. Der Grund ist einfach: Ein Zielbild von jemandem, der nie etwas in Betrieb genommen hat, wird im Betrieb nicht umgesetzt, sondern umgangen. Verlangt wird in der Regel ein Studium der Informatik oder der Elektrotechnik; eine IT-Ausbildung mit langer Praxis wird in vielen Häusern anerkannt.

Bei den Nachweisen ist CISSP verbreitet und passt zur Breite dieser Rolle; es verlangt fünf Jahre Berufserfahrung in zwei von acht Domänen, ohne die man zunächst nur Associate wird. Daneben zählen plattformbezogene Architekturzertifikate zu AWS, Azure oder den eingesetzten Netzherstellern. In regulierten Häusern kommt die Kenntnis der Rahmenwerke dazu – ISO 27001, IT-Grundschutz, in Industrie und Fahrzeugbau IEC 62443 und ISO/SAE 21434.

Was der Beruf verlangt

Die Fähigkeit, einen Entwurf gegen Widerstand zu begründen. Eine Architektur ist immer eine Einschränkung; wer sie nicht erklären kann, bekommt Ausnahmen, bis nichts mehr übrig ist. Das verlangt Standfestigkeit und die Bereitschaft, an der richtigen Stelle nachzugeben – ein Zielbild, das niemand einhalten kann, ist wertlos.

Der zweite Punkt wird oft unterschätzt: die langsame Rückmeldung. Eine gute Entscheidung zeigt ihre Wirkung nach Jahren, eine schlechte auch. Anders als im Betrieb gibt es hier kein Erfolgserlebnis am Ende des Tages. Wer das braucht, ist im laufenden Betrieb besser aufgehoben. Dazu kommt viel Schriftliches: Entwürfe, Bewertungen, Gremienvorlagen. Die Arbeitszeiten sind regulär, Reisetage entstehen bei verteilten Standorten und im Industrieumfeld.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und das Angebot klein, weil diese Rolle Erfahrung verlangt, die sich nicht abkürzen lässt. Zwei Entwicklungen treiben sie: der Wechsel in Cloud-Umgebungen, in denen das alte Bild aus innen und außen nicht mehr trägt, und die Verbreitung von Zero-Trust-Modellen, die Architekturarbeit voraussetzen statt sie zu ersetzen. Weiterwege führen in die Leitung der Informationssicherheit, in die IT-Architektur des gesamten Hauses und in die Beratung, wo Architekturarbeit gut bezahlt wird.

Aufgaben

  • Sicherheitsarchitektur für Unternehmen oder Vorhaben entwerfen
  • Zonen, Vertrauensgrenzen und Netzübergänge festlegen
  • Vorgaben für Verschlüsselung, Schlüssel und Authentisierung setzen
  • Bedrohungsanalysen für Vorhaben erstellen
  • Projekte gegen das Zielbild prüfen und Abweichungen bewerten
  • Produkte und Dienste auswählen und Ablösungen planen
  • Mustervorlagen und Bausteine für Projekte bereitstellen
  • Entwürfe in Gremien vertreten und gegenüber dem Betrieb begründen

Voraussetzungen

  • Mehrjährige Praxis in Security Engineering, Netzwerk oder Entwicklung
  • Studium der Informatik oder Elektrotechnik, oft verlangt
  • Breites Verständnis von Netzen, Identitäten, Cloud und Anwendungen
  • Kenntnis der einschlägigen Rahmenwerke und Normen
  • Fähigkeit, Entwürfe schriftlich und im Gremium zu vertreten
  • Bereitschaft, Wirkung erst nach Jahren zu sehen

Wo man arbeitet

  • Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister
  • Industriekonzerne und Fahrzeugbau
  • IT-Dienstleister und Beratungshäuser
  • Softwarehäuser und Produktunternehmen
  • Öffentlicher Dienst und große Behörden

Der Weg in den Beruf

Ein Ausbildungsweg direkt in diese Rolle existiert nicht; sie wird nach mehreren Jahren Praxis erreicht. Üblich ist ein Studium der Informatik, der technischen Informatik oder der Elektrotechnik, häufig ergänzt um Jahre als Security Engineer, Netzwerker, Systemarchitekt oder Entwickler; eine IT-Ausbildung mit langer Praxis wird in vielen Häusern anerkannt. Aufbauend ist CISSP verbreitet, das fünf Jahre Berufserfahrung in zwei von acht Domänen verlangt, dazu Architekturzertifikate der Cloud- und Netzhersteller und je nach Branche die Kenntnis von IEC 62443 oder ISO/SAE 21434.

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