Zum Inhalt springen

Prüfung & Zugriff

Penetrationstester & Ethical Hacker

Penetrationstester greifen Systeme im Auftrag ihres Betreibers an, um Schwachstellen vor einem echten Angreifer zu finden, und liefern als Ergebnis einen Bericht mit nachvollziehbaren Befunden.

5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Was man als Penetrationstester & Ethical Hacker verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.800 € 4.300 € 4.800 € 51.600 €
Mit Berufserfahrung 4.800 € 5.600 € 6.500 € 67.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.200 € 7.200 € 8.500 € 86.400 €

Entscheidend sind der Nachweis praktischen Könnens und die Art des Arbeitgebers. Prüfhäuser und Beratungen zahlen für dieselbe Erfahrung meist mehr als interne Teams, verlangen dafür aber Auslastung und Reisetage. Tarifverträge spielen in diesem Beruf kaum eine Rolle; die Gehälter werden frei verhandelt, und die Spanne ist entsprechend weit. Zertifikate wirken vor allem beim Einstieg, später zählt die Liste der geprüften Umgebungen. Angegeben sind Orientierungswerte für das Monatsbrutto in Vollzeit ohne Prämien und Rufbereitschaft.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Penetration Tester?

Er prüft Systeme, indem er sie angreift – vertraglich beauftragt, zeitlich begrenzt und mit einem festgelegten Umfang. Geprüft werden Webanwendungen und Schnittstellen, interne Netze und Verzeichnisdienste, Cloud-Umgebungen, Mobil- und Fachanwendungen, gelegentlich auch Menschen über Phishing-Kampagnen und Gebäude über Zugangstests. Die Arbeit besteht aus Aufklärung, dem Finden eines Einstiegs, dem Ausweiten der Rechte und dem Nachweis, wie weit man kommt.

Das Produkt ist aber nicht der Einbruch, sondern der Bericht. Er muss jeden Befund reproduzierbar beschreiben, sein Risiko einordnen und sagen, was zu ändern ist – für Entwickler technisch genau, für die Leitung in einem Absatz verständlich. Wer gut prüft und schlecht schreibt, liefert nichts Verwertbares. Dazu kommen die Abschlussbesprechung, Nachtests nach der Behebung und in vielen Häusern die Arbeit am Schwachstellenmanagement, also an der Frage, warum derselbe Befund im nächsten Jahr wieder auftaucht.

Wie wird man Penetration Tester?

Es gibt keinen Ausbildungsberuf und kein Studium, das direkt in diesen Beruf führt. Was zählt, ist nachweisbares Können in den Grundlagen: Betriebssysteme, Netzprotokolle, Webtechnik, Verzeichnisdienste und eine Skriptsprache. Die üblichen Herkünfte sind die Systemadministration, die Softwareentwicklung und ein Informatikstudium mit eigenem Interesse am Thema.

Der Nachweis nach außen läuft über Zertifikate, und sie sind nicht gleich viel wert. Das OSCP verlangt eine praktische Prüfung über 24 Stunden an einem Labornetz samt Bericht und gilt deshalb als belastbar. Die GIAC-Prüfungen aus dem SANS-Umfeld sind fachlich angesehen und sehr teuer. Das CEH wird häufig in Anzeigen genannt, ist in der Standardvariante aber eine Multiple-Choice-Prüfung über 125 Fragen; es belegt Wissen und keine Ausnutzung. Wer nur dieses Zertifikat hat, sollte etwas Eigenes vorlegen können – Berichte aus Übungslabors, Beiträge zu Werkzeugen, Funde aus legalen Programmen.

Ein Hinweis zur Suche, der vielen Bewerbern Zeit spart: Im deutschen Markt wird nicht als Ethical Hacker ausgeschrieben. Der Begriff kommt in Stellentiteln praktisch nicht vor, ebenso wenig Red Team, Offensive Security oder Bug Bounty. Gesucht wird nach Pentester, Penetrationstester und Penetration Tester.

Was der Beruf verlangt

Zuerst Sauberkeit im Rechtlichen. Ohne schriftliche Beauftragung mit Umfang, Zeitfenster und benannten Ansprechpartnern ist dieselbe Handlung eine Straftat nach § 202a und § 303b StGB; die Beauftragung ist kein Formalismus, sondern die Grundlage des Berufs. Dazu kommt Verschwiegenheit über alles, was man dabei sieht.

Fachlich verlangt der Beruf ständiges Nachlernen, weil Werkzeuge und Angriffswege schnell veralten. Menschlich verlangt er die Fähigkeit, unangenehme Ergebnisse ohne Triumph zu überbringen – Sie sitzen einem Team gegenüber, dessen Arbeit Sie gerade auseinandergenommen haben. Die Arbeitszeiten sind meist regulär, Prüfungen an produktiven Systemen liegen aber oft in Wartungsfenstern am Abend oder am Wochenende.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und die Zahl der Stellen klein, weil die meisten Unternehmen Penetrationstests einkaufen statt eigene Tester einzustellen. Wer angestellt prüfen will, findet die Stellen überwiegend bei Prüf- und Beratungshäusern und bei einigen Konzernen mit eigenem Team. Regulatorisch wächst der Bedarf: DORA verlangt von bedeutenden Finanzunternehmen bedrohungsgeleitete Tests, NIS2 und ISO 27001 verlangen Wirksamkeitsprüfungen. Weiterwege führen in die Sicherheitsarchitektur, in die Beratung und in die Leitung eines Prüfteams.

Aufgaben

  • Umfang, Zeitfenster und Ausschlüsse eines Tests mit dem Auftraggeber festlegen
  • Webanwendungen, Schnittstellen und Fachanwendungen prüfen
  • Interne Netze, Verzeichnisdienste und Cloud-Umgebungen prüfen
  • Rechte ausweiten und den erreichbaren Schaden nachweisen
  • Befunde reproduzierbar dokumentieren und im Risiko einordnen
  • Bericht schreiben und in der Abschlussbesprechung erläutern
  • Nachtests nach der Behebung durchführen
  • Schwachstellenmanagement und wiederkehrende Befunde begleiten

Voraussetzungen

  • Sichere Kenntnisse in Betriebssystemen, Netzprotokollen und Webtechnik
  • Erfahrung mit mindestens einer Skriptsprache
  • Praktischer Nachweis, etwa OSCP oder eine GIAC-Prüfung
  • Fähigkeit, Befunde verständlich aufzuschreiben
  • Einwandfreier Umgang mit Beauftragung, Umfang und Verschwiegenheit
  • Bereitschaft zu Prüfungen in Wartungsfenstern

Wo man arbeitet

  • Prüf- und Beratungshäuser mit eigenem Testteam
  • IT-Dienstleister und Systemhäuser
  • Konzerne mit internem Prüfteam
  • Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister
  • Behörden und Einrichtungen der Verteidigung

Der Weg in den Beruf

Einen Ausbildungsberuf dieses Namens gibt es nicht, und ein Studium führt nicht unmittelbar hinein. Die üblichen Wege sind ein Studium der Informatik oder IT-Sicherheit, der Fachinformatiker für Systemintegration oder Anwendungsentwicklung mit anschließender Praxis sowie der Wechsel aus Administration und Softwareentwicklung. Der Nachweis nach außen läuft über praktische Zertifikate: das OSCP mit 24-stündiger Prüfung und Bericht gilt als belastbar, die GIAC-Prüfungen aus dem SANS-Umfeld ebenso. Das CEH ist verbreitet, prüft in der Standardvariante aber im Multiple-Choice-Verfahren und belegt Wissen statt Ausnutzung.

Offene Stellen als Penetrationstester & Ethical Hacker

In der Suche fortsetzen

Verwandte Berufe

Security Consultant

Security Consultants arbeiten im Auftrag fremder Unternehmen: sie bauen Managementsysteme auf, prüfen Architekturen, begleiten Zertifizierungen und untersuchen Vorfälle.

Offene Stellen
31
Monatsbrutto
3.800 – 9.500 €

Security Engineer

Security Engineers setzen Schutzmaßnahmen technisch um: sie wählen Werkzeuge aus, integrieren sie in die vorhandene Umgebung und machen aus Vorgaben funktionierende Technik.

Offene Stellen
32
Monatsbrutto
3.800 – 8.800 €

Diese Seite setzt nur die Cookies, die für den Betrieb nötig sind. Kein Tracking, keine Werbenetzwerke, keine Auswertung Ihres Verhaltens. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.