Prüfung & Zugriff
Identity & Access Management
Identity und Access Manager regeln, wer im Unternehmen auf welche Systeme zugreifen darf, betreiben die dafür nötigen Verzeichnisse und Rollenmodelle und räumen gewachsene Berechtigungen auf.
10 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Identity & Access Management verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.700 € | 4.200 € | 4.800 € | 50.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.800 € | 5.500 € | 6.300 € | 66.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 6.000 € | 7.000 € | 8.200 € | 84.000 € |
Ausschlaggebend ist die Größe der Umgebung und die Frage, ob Sie betreiben oder ein Programm verantworten. Banken, Versicherungen und Konzerne zahlen für dieselbe Erfahrung deutlich mehr als mittelständische Häuser, weil bei ihnen Zehntausende Identitäten und mehrere Regelwerke zusammenkommen; im öffentlichen Dienst gelten dagegen die festen Eingruppierungen des Tarifvertrags. Erfahrung mit einer im Haus eingesetzten Plattform wirkt beim Wechsel stärker als ein allgemeines Zertifikat. Angegeben ist das Grundgehalt in Vollzeit.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Identity und Access Manager?
Er verwaltet Identitäten und Rechte über ihren ganzen Lebensweg: Eintritt, Wechsel der Abteilung, Vertretung, Austritt. Das klingt nach Verwaltung und ist eine Sicherheitsaufgabe, weil die meisten schweren Vorfälle über ein Konto laufen, das zu viel durfte oder längst hätte gelöscht sein müssen. Die Werkzeuge sind Verzeichnisdienste, Anmeldedienste mit mehreren Faktoren, Rollen- und Berechtigungsmodelle, Governance-Plattformen für Prüfkampagnen und die Verwaltung privilegierter Zugänge.
Der zweite Teil ist Projektarbeit. Anwendungen werden an die zentrale Anmeldung angeschlossen, Rollenmodelle mit Fachbereichen erarbeitet, Rezertifizierungen aufgesetzt, administrative Konten aus dem Alltag herausgelöst. Der dritte Teil ist Aufräumen: In fast jedem gewachsenen Unternehmen gibt es Sammelkonten, Rechte aus alten Stellen und Dienstkonten mit unbekanntem Zweck. Diese Bestände abzubauen, ohne den Betrieb anzuhalten, ist die eigentliche Kunst des Berufs.
Wie wird man Identity und Access Manager?
Der Zugang führt über den IT-Betrieb. Wer Verzeichnisdienste, Anmeldeverfahren und Berechtigungen in einer großen Umgebung betreut hat, bringt die Grundlage mit; Fachinformatiker für Systemintegration mit Praxis und Informatikabsolventen sind die häufigsten Herkünfte. Ein Teil der Stellen entsteht aus dem SAP-Umfeld, wo Berechtigungswesen eine eigene Disziplin mit eigener Sprache ist.
Nachweise sind hier vor allem plattformbezogen: Zertifizierungen zu Microsoft Entra und den Verzeichnis- und Anmeldediensten, zu den verbreiteten Governance- und PAM-Produkten oder zum SAP-Berechtigungswesen. Allgemeine Managementzertifikate wie CISM helfen, wenn die Stelle in Richtung Steuerung geht; für den Betrieb zählt die Erfahrung mit dem Produkt, das im Haus läuft. Wer prüfen statt betreiben will, findet über CISA den Anschluss an die Auditseite.
Was der Beruf verlangt
Geduld mit Menschen. Jede Wegnahme einer Berechtigung ist für jemanden eine Zumutung, und rechtfertigen müssen Sie sie – gegenüber Fachbereichen, die seit Jahren mit zu viel Rechten arbeiten und darin keinen Fehler sehen. Wer diese Gespräche nicht führen mag, kommt in diesem Beruf nicht weit, denn die Technik ist der einfachere Teil.
Dazu kommt Sorgfalt unter Zeitdruck. Ein fehlerhaft ausgerolltes Rollenmodell sperrt am Montagmorgen eine Abteilung aus; ein vergessenes Konto bleibt jahrelang offen. Beides passiert, und beides ist vermeidbar. Die Arbeitszeiten sind überwiegend regulär, Umstellungen an Anmeldediensten liegen aber in Wartungsfenstern, weil sie im Fehlerfall alle betreffen. Rufbereitschaft kommt vor, wenn die Anmeldung zum kritischen Dienst gehört.
Aussichten
Der Bedarf ist hoch und wächst weiter, und das hat zwei Gründe. Der erste ist regulatorisch: Berechtigungsprüfungen und die Kontrolle privilegierter Zugänge stehen in praktisch jedem Auditbericht, ISO 27001 und der IT-Grundschutz verlangen sie ausdrücklich, DORA und NIS2 verschärfen die Erwartung an den Nachweis. Der zweite ist technisch: Mit dem Wechsel in die Cloud ist die Identität an die Stelle des Netzrands getreten, und damit wird sie die wichtigste Grenze, die ein Unternehmen hat. Weiterwege führen in die Sicherheitsarchitektur, in die Beratung und in die Leitung eines Identity-Teams.
Aufgaben
- Konten und Berechtigungen über Ein-, Wechsel- und Austritt verwalten
- Rollen- und Berechtigungsmodelle mit Fachbereichen erarbeiten
- Anwendungen an zentrale Anmeldung und Mehrfaktorverfahren anschließen
- Rezertifizierungskampagnen aufsetzen und begleiten
- Privilegierte Zugänge einschränken und überwachen
- Verzeichnisdienste und Governance-Plattformen betreiben
- Altbestände an Rechten, Sammel- und Dienstkonten abbauen
- Nachweise für interne und externe Audits liefern
Voraussetzungen
- Erfahrung mit Verzeichnisdiensten und Anmeldeverfahren
- Kenntnis mindestens einer Identity- oder Governance-Plattform
- Verständnis für Berechtigungskonzepte und Funktionstrennung
- Fähigkeit, Einschränkungen gegenüber Fachbereichen zu begründen
- Sorgfalt bei Änderungen, die alle Beschäftigten betreffen
- Bereitschaft zu Umstellungen in Wartungsfenstern
Wo man arbeitet
- Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister
- Große Industrieunternehmen und Konzerne
- IT-Dienstleister und Beratungshäuser
- Öffentlicher Dienst und Hochschulen
- Kliniken und Gesundheitseinrichtungen
Der Weg in den Beruf
Einen Ausbildungsberuf dieses Namens gibt es nicht. Der übliche Weg führt über den Fachinformatiker für Systemintegration oder ein Studium der Informatik und mehrere Jahre Betriebserfahrung mit Verzeichnisdiensten, Anmeldeverfahren und Berechtigungen in einer großen Umgebung; ein Teil der Stellen wird aus dem SAP-Berechtigungswesen heraus besetzt. Aufbauend zählen Zertifizierungen zur eingesetzten Plattform, etwa zu Microsoft Entra oder zu den verbreiteten Governance- und PAM-Produkten. Wer in Richtung Prüfung oder Steuerung will, schließt CISA oder CISM an.
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