Abwehr & Überwachung
SOC, Detection & Incident Response
Im Security Operations Center werden Angriffe bemerkt, bewertet und gestoppt: Meldungen aus SIEM und EDR auswerten, Vorfälle bearbeiten und Erkennungsregeln verbessern.
19 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als SOC, Detection & Incident Response verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.600 € | 4.100 € | 4.700 € | 49.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.600 € | 5.400 € | 6.200 € | 64.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 6.000 € | 7.000 € | 8.200 € | 84.000 € |
Der stärkste Hebel ist der Schichtdienst. Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit sowie die Vergütung von Rufbereitschaft machen in diesem Beruf einen erheblichen Teil des Verdienstes aus und sind der Punkt, den man vor der Zusage klären sollte. Im öffentlichen Dienst und bei Sparkassen und Versicherungen gelten Tarifverträge mit festen Eingruppierungen, bei IT-Dienstleistern wird frei verhandelt. Angegeben ist das Grundgehalt in Vollzeit ohne Zuschläge, Rufbereitschaft und Prämien.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein SOC-Analyst?
Er sieht hin, während andere arbeiten. Im Security Operations Center laufen die Protokolldaten des Unternehmens zusammen – aus Servern, Endgeräten, Firewalls, Verzeichnisdiensten, Cloud-Diensten und Anwendungen. Ein SIEM wertet sie gegen Regeln aus und erzeugt Meldungen, eine EDR- oder XDR-Plattform meldet auffälliges Verhalten auf den Geräten. Die erste Aufgabe ist, aus dieser Menge die wenigen Fälle herauszuziehen, die wirklich etwas bedeuten.
Kommt ein Vorfall dazu, wechselt die Arbeit den Charakter. Dann geht es um Eingrenzen, Abschalten, Sperren, Zurücksetzen und um die Frage, wie der Angreifer hereinkam und wo er noch sitzt. Parallel läuft die Dokumentation, denn sie ist später die Grundlage jeder Meldung und jeder Aufarbeitung. Die dritte Aufgabe wird oft übersehen und ist die anspruchsvollste: Detection Engineering, also das Schreiben und Verbessern der Regeln, mit denen künftig gefunden wird, was man diesmal zu spät gesehen hat.
Wie wird man SOC-Analyst?
Dies ist der Bereich der IT-Sicherheit mit dem breitesten Zugang, und er führt über den Betrieb. Wer als Fachinformatiker für Systemintegration gelernt und ein paar Jahre administriert hat, kennt Verzeichnisdienste, Protokolle und Betriebssysteme – und genau darauf setzt die Erkennung auf. Der zweite Weg ist ein Studium der Informatik oder IT-Sicherheit, häufig dual.
Die nützlichen Nachweise sind hier eher plattformbezogen als allgemein: Zertifizierungen zur eingesetzten SIEM- oder EDR-Lösung, dazu die Prüfungen aus dem SANS-Umfeld für Vorfallbearbeitung und Analyse. Wer in die Forensik will, braucht darüber hinaus Erfahrung mit Abbildern, Zeitachsen und Beweissicherung. Ein reines Managementzertifikat hilft in diesem Beruf wenig.
Was der Beruf verlangt
Dies ist der einzige Bereich der IT-Sicherheit, in dem Schichtarbeit und Rufbereitschaft der Regelfall sind. Manche Häuser fahren einen echten Rund-um-die-Uhr-Betrieb mit Nachtschichten, andere eine Rufbereitschaft im Wechsel, viele kaufen die Nachtabdeckung bei einem Dienstleister ein. Was davon gilt, steht selten in der Anzeige und sollte vor der Zusage geklärt sein. Was Nacht- und Wechselschicht mit Schlaf und Konzentration machen, ist gut belegt und kein Charakterproblem.
Die zweite Belastung ist der Anteil der Fehlalarme. Ein großer Teil der Meldungen ist am Ende harmlos, und das dauerhaft konzentriert durchzuhalten ist schwerer als die eigentliche Analyse. Die dritte ist der Vorfall selbst: Eine Ransomware-Nacht ist kein Projekt mit Meilensteinen, sondern ein Zustand, der zwei Wochen dauert, und in den läuft die Meldepflicht aus NIS2 mit – Frühwarnung innerhalb von 24 Stunden, Meldung innerhalb von 72 Stunden.
Aussichten
Der Bedarf wächst, und zwar aus zwei Richtungen. Immer mehr Unternehmen fallen unter Meldepflichten und müssen deshalb überhaupt erst erkennen können, was bei ihnen passiert; gleichzeitig baut ein großer Teil des Mittelstands kein eigenes SOC auf, sondern kauft es bei einem Dienstleister ein – dort entstehen die meisten Stellen. Die Fluktuation ist hoch, weil viele nach einigen Jahren aus dem Schichtbetrieb heraus wollen. Genau das öffnet die Weiterwege: Detection Engineering, Forensik, Bedrohungsanalyse, Sicherheitsarchitektur oder die Leitung eines Teams.
Aufgaben
- Meldungen aus SIEM, EDR und weiteren Quellen auswerten und einordnen
- Fehlalarme von echten Vorfällen unterscheiden
- Vorfälle eingrenzen, Systeme isolieren und Zugänge sperren
- Ursache und Ausbreitung eines Angriffs nachvollziehen
- Erkennungsregeln schreiben, testen und verbessern
- Vorfälle dokumentieren und Meldungen vorbereiten
- Protokollquellen anbinden und ihre Vollständigkeit prüfen
- An Übungen und Nachbesprechungen zu Vorfällen mitarbeiten
Voraussetzungen
- Kenntnisse in Betriebssystemen, Netzprotokollen und Verzeichnisdiensten
- Erfahrung mit einer SIEM- oder EDR-Plattform
- Analytisches Vorgehen und Ausdauer bei vielen Fehlalarmen
- Bereitschaft zu Schichtdienst oder Rufbereitschaft
- Fähigkeit, unter Zeitdruck sauber zu dokumentieren
- Englisch für Werkzeuge, Quellen und internationale Teams
Wo man arbeitet
- IT-Dienstleister, die ein SOC für andere betreiben
- Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister
- Energie- und Wasserversorger sowie weitere KRITIS-Betreiber
- Öffentlicher Dienst und Behörden
- Industriekonzerne mit eigenem Cyber Defense Center
Der Weg in den Beruf
Einen eigenen Ausbildungsberuf gibt es nicht. Der häufigste Weg führt über den Fachinformatiker für Systemintegration und einige Jahre im IT-Betrieb, weil die Erkennung auf Kenntnis von Systemen und Protokollen aufsetzt. Ebenso üblich ist ein Studium der Informatik oder IT-Sicherheit, häufig dual. Aufbauend zählen Zertifizierungen zur eingesetzten SIEM- oder EDR-Plattform sowie die praktischen Prüfungen aus dem SANS-Umfeld für Vorfallbearbeitung und Analyse; für den Weg in die Forensik kommt Erfahrung mit Beweissicherung und Auswertung von Abbildern hinzu.
Offene Stellen als SOC, Detection & Incident Response
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IT-Security Spezialist:in / SIEM Engineer (w/m/d)
Werkstudent IT Security Operation Center (m/w/d)
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