Steuerung & Nachweis
Informationssicherheitsbeauftragter
Informationssicherheitsbeauftragte sind die benannte Stelle für Informationssicherheit im Haus: sie steuern das Managementsystem, bewerten Risiken und berichten an die Leitung.
22 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Informationssicherheitsbeauftragter verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.800 € | 4.300 € | 4.900 € | 51.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.800 € | 5.600 € | 6.500 € | 67.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 6.200 € | 7.300 € | 8.600 € | 87.600 € |
Entscheidend ist, ob die Rolle eine eigene Stelle ist oder zusätzlich zu einer anderen übertragen wird – im zweiten Fall gibt es häufig nur eine Zulage. Der öffentliche Dienst, Kliniken und Sparkassen stellen einen großen Teil dieser Stellen und zahlen nach Tarifvertrag mit festen Eingruppierungen, was die Spanne nach oben begrenzt; in Industrie und Finanzwirtschaft wird frei verhandelt. Zweiter Hebel ist die Größe der Organisation und die Frage, ob ein zertifiziertes Managementsystem zu verantworten ist.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Informationssicherheitsbeauftragter?
Er ist die benannte Stelle, an der die Informationssicherheit einer Organisation zusammenläuft. Die Aufgabe ist nicht, Systeme zu betreiben, sondern das Managementsystem zu führen: Leitlinie und Richtlinien pflegen, Schutzbedarf feststellen, Risiken bewerten und ihre Behandlung nachhalten, Maßnahmen planen, ihre Wirksamkeit prüfen und der Leitung berichten. Dazu kommen die Begleitung interner und externer Audits, die Bearbeitung von Vorfällen aus der Sicht der Organisation und die Beratung von Projekten, bevor sie beschlossen sind.
Die Rolle ist eine Stabsrolle. Sie stellt fest, empfiehlt und dokumentiert; entscheiden und umsetzen tun andere. Damit das funktioniert, braucht sie zwei Dinge: eine Berichtslinie zur Leitung und Unabhängigkeit von dem Bereich, den sie bewertet. Ein ISB, der der IT-Leitung untersteht, soll die Arbeit seines eigenen Vorgesetzten beurteilen – diese Konstruktion kommt vor und ist die häufigste Schwäche solcher Stellen.
Wie wird man Informationssicherheitsbeauftragter?
Über Erfahrung und einen Lehrgang, in dieser Reihenfolge. Die üblichen Herkünfte sind die IT – Administration, Netzwerk, Betrieb – und die Nachweisseite aus Qualitätsmanagement, Revision oder Risikomanagement. Verlangt wird meist ein Studium oder eine IT-Ausbildung mit mehreren Jahren Praxis; in kleineren Organisationen wird die Rolle oft zusätzlich zu einer bestehenden Stelle übertragen.
Bei den Nachweisen lohnt Genauigkeit. Die verbreiteten ISB-Lehrgänge sind Angebote privater Schulungsanbieter und keine staatliche Zulassung; sie vermitteln in wenigen Tagen die Struktur und ersetzen keine Praxis. Das BSI zertifiziert keine Informationssicherheitsbeauftragten, sondern Auditteamleiter für ISO-27001-Audits auf der Basis von IT-Grundschutz; daneben stehen die Lehrgänge zum IT-Grundschutz. Managementzertifikate wie CISM und CISSP verlangen fünf Jahre Berufserfahrung und wiegen entsprechend mehr. Für den deutschen Markt ist der T.I.S.P. ein verbreiteter Nachweis.
Eine Verwechslung gehört ausdrücklich geklärt: Der Datenschutzbeauftragte ist nicht der Informationssicherheitsbeauftragte. Der Datenschutzbeauftragte ist eine Rolle aus den Artikeln 37 bis 39 DSGVO, ergänzt um § 38 BDSG; er schützt die Rechte betroffener Personen, ist weisungsfrei, genießt Abberufungsschutz und darf nicht benachteiligt werden. Der ISB schützt die Informationen der Organisation – alle, nicht nur personenbezogene – und schuldet sein Ergebnis der Leitung. Weil der ISB Maßnahmen mitgestaltet, die der Datenschutzbeauftragte kontrollieren soll, sehen Aufsichtsbehörden die Doppelrolle kritisch. In der Praxis wird sie trotzdem häufig in einer Person zusammengelegt; wer eine solche Stelle annimmt, sollte den Konflikt kennen und schriftlich geklärt haben.
Was der Beruf verlangt
Hartnäckigkeit ohne Rechthaberei. Sie werden Widerstand erleben, weil Sicherheit Aufwand ist, und Sie können nichts erzwingen. Wer daraus einen Kleinkrieg macht, verliert die Zusammenarbeit; wer aufgibt, verliert die Rolle. Dazu kommen viel Schriftlichkeit, ein fester Jahreslauf aus Audits und Managementbewertungen und die Notwendigkeit, technische Sachverhalte für Nichtfachleute zu übersetzen. Die Arbeitszeiten sind regulär, im Vorfall aber nicht.
Aussichten
Der Bedarf wächst stark. NIS2 verpflichtet einen viel größeren Kreis von Unternehmen als die bisherige KRITIS-Regulierung und verlangt ausdrücklich, dass die Leitung die Maßnahmen billigt und überwacht – dafür braucht sie eine Stelle, die vorbereitet. Viele Organisationen besetzen sie zum ersten Mal. Weiterwege führen in die Leitung der Informationssicherheit, in die Beratung und in Audit- und Prüfrollen.
Aufgaben
- Managementsystem für Informationssicherheit aufbauen und führen
- Leitlinie, Richtlinien und Konzepte erstellen und fortschreiben
- Schutzbedarf feststellen und Risiken bewerten
- Maßnahmen planen, nachhalten und auf Wirksamkeit prüfen
- Interne und externe Audits vorbereiten und begleiten
- An die Leitung berichten und Entscheidungen einholen
- Projekte und Beschaffungen sicherheitsseitig beraten
- Schulungen und Sensibilisierung der Beschäftigten organisieren
Voraussetzungen
- IT-Ausbildung oder Studium mit mehrjähriger Praxis
- Kenntnisse in ISO/IEC 27001 und im IT-Grundschutz des BSI
- Verständnis für Risikobewertung und Nachweisführung
- Durchsetzungsfähigkeit ohne Weisungsbefugnis
- Sicherheit im schriftlichen Ausdruck
- Unabhängigkeit von dem Bereich, der bewertet wird
Wo man arbeitet
- Öffentlicher Dienst, Kommunen und Behörden
- Kliniken, Sozial- und Bildungseinrichtungen
- Banken, Sparkassen und Versicherungen
- Mittelständische Industrie- und Dienstleistungsunternehmen
- Energie- und Wasserversorger sowie weitere KRITIS-Betreiber
Der Weg in den Beruf
Ein Ausbildungsberuf existiert nicht; die Rolle wird benannt und nicht erlernt. Üblich sind eine IT-Ausbildung oder ein Studium der Informatik, Wirtschaftsinformatik oder Betriebswirtschaft mit IT-Schwerpunkt und mehrere Jahre Praxis, häufig aus Administration, Betrieb, Revision oder Qualitätsmanagement. Die verbreiteten ISB-Lehrgänge dauern wenige Tage, stammen von privaten Schulungsanbietern und sind keine staatliche Zulassung. Das BSI zertifiziert Auditteamleiter für ISO-27001-Audits auf der Basis von IT-Grundschutz; daneben stehen die IT-Grundschutz-Lehrgänge. Schwerer wiegen CISM und CISSP mit ihren fünf Jahren Erfahrungsnachweis sowie der deutsche T.I.S.P.
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